Die Michael-Arneth-Schule Gundelsheim


Neubau im Jahr 1963
Erweiterungsbau 1981
Energetische Sanierung 2009/2010
Integration des ehem. Innenhofes in das Schulgebäude
Ansicht von Norden nach Sanierung
Nach energeticher Sanierung 2012 (Bild Adolf Nüßlein)


Der Schulhausbau 1962/1963

Seit 1920 hatte die Gemeinde den Bau eines neuen Schulgebäudes vor sich her geschoben, immer wieder bedingt durch Finanznöte oder zuletzt durch den Zweiten Weltkrieg.  Bei rund 150 Schülern und vier Lehrerstellen gab es nur ein einziges richtiges Klassenzimmer im Obergeschoss der Schule, in dem die Klassen 6-8 unterrichtet wurden. Daneben fand Unterricht für die Schüler der 1.-3. Klassen in einem 36 m² großen Behelfsschulsaal aus zwei Zimmern der ehemaligen Lehrerwohnung statt sowie für die 4. und 5. Klasse in einem etwa 40 m² großen Schulsaal im Privathaus des Lehrers Michael Arneth.

1959 begann die Gemeinde mit den Kaufverhandlungen für einen Schulbauplatz, der noch im selben Jahr auf dem Gelände der heutigen Schule südlich der Kirchstraße mit einer Größe von 4.350 m² gekauft wurde. Vier Architektenbüros arbeiteten Pläne für die neue Schule aus. Man entschied sich schließlich 1961 für den Vorschlag der beiden Architekten Neundorfer und Seemüller, die sechs, jeweils 70 m² große, Schulsäle, einen Werkraum mit Lehrküche, zwei Gruppenräume und ein Lehrmittelzimmer für das neue Schulhaus vorsahen. Probleme bereitete der hohe Grundwasserstand, der eine vollständige Unterkellerung des Gebäudes verhinderte.
Im März 1962 erfolgte die Vergabe der Arbeiten mit der Zuteilung des Rohbaus an die Firma Leo Schmittinger aus Scheßlitz und noch im September desselben Jahres konnte Richtfest gefeiert werden. Im folgenden Winter wurden die Arbeiten für einige Zeit unterbrochen, da der strenge Winter keine Arbeiten zuließ und sogar die Fenster des Rohbaus durch große Kartons verschlossen werden mussten.
Pünktlich zum Schuljahresbeginn 1963/64 konnte die Einweihung des Schulhauses erfolgen, das am 26.8.1963 von Pater Dominikus Gaul im Rahmen einer großen Feier den kirchlichen Segen erhielt.

Bereits 1971 nahm die Gemeinde den Bau einer Turnhalle in Planung, doch die Ausführung wurde aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel zunächst zurückgestellt. Anfang 1976 genehmigte der Gemeinderat den Bauplan für die Turnhalle nach dem Entwurf der Architekten Neundorfer und Seemüller. Der Bau sollte schon 1976/77 durchgeführt werden, da der Schulraum, in dem bislang der Sportunterricht stattfand, als Klassenzimmer benötigt wurde. Baubeginn des 15 m x 27 m großen Gebäudes, das in Fertigbauweise erstellt wurde, war erst im Frühjahr 1978. Die Turnhalle wurde baulich mit der Schule verbunden und sollte als Fest- und Sporthalle dienen. Anfang Dezember dieses Jahres konnte Richtfest gefeiert werden, die feierliche Einweihung der Turnhalle erfolgte 1979.

Die Erweiterung des Schulgebäudes 1982

Bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes im Jahre 1963 hatte man geglaubt, die Gemeinde sei auf absehbare Zeit mit einem genügend großen Schulhaus ausgestattet, ohne dabei zu ahnen, welchen explosionsartigen Anstieg die Bevölkerungszahlen in der Gemeinde nehmen würden. Schon nach einigen Jahren zeigte sich, dass das Raumangebot nicht ausreichte und den veränderten pädagogischen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. So gab es bereits 1978 erste Vorplanungen für die Erweiterung des bestehenden Gebäudes.
Als im Schuljahr 1979/80 zehn Klassen, aber nur acht Räume vorhanden waren, beschloss der Gemeinderat einen Ausbau der Schule. Nötig waren Funktionsräume wie Handarbeits- und Werkraum sowie weitere Fach- und Verwaltungsräume. 1981 wurden die ersten Arbeiten für die Schulhauserweiterung vergeben, für die am 27.11.1981 Richtfest gefeiert werden konnte. Am Ende des laufenden Schuljahrs erfolgte am 23.7.1982 die feierliche Einweihung.

Nun fehlten noch die nötigen Außenanlagen, für die 1982 ebenfalls Architekt Neundorfer beauftragt wurde. Der Pausenhof mit Spiel-, Ruhe- und Bewegungszonen wurde im September 1983 fertig gestellt. Die  sportlichen Möglichkeiten erfuhren nach der Herstellung der Turnhalle im Jahre 1978 eine weitere Verbesserung durch die Errichtung der Schulsportanlage mit Hartplatz und 100m-Bahn, die 1987 in Betrieb genommen werden konnte.

Schulleben um die Jahrtausendwende

Noch bis 1968 besaßen die Gundelsheimer eine komplette Grund- und Hauptschule mit allen Schulklassen. Mit Einführung des neunten Schuljahres 1969, als die Gundelsheimer Schule zur Grund- und Teilhauptschule I wurde, besuchten die  Schüler der Klassen 7-9 die Hauptschule in Memmelsdorf. Doch trotz dieses Verlustes stiegen die Schülerzahlen in der Folgezeit parallel zur Bautätigkeit in der Gemeinde kontinuierlich an. Im Schuljahr 1987/88 richtete man zehn Klassen mit 178 Schülern ein, deren Zahl sich bereits im folgenden Jahr auf 201 erhöhte.
Der Höchststand war 1992 erreicht, als 237 Schülerinnen und Schüler in 10 Klassen der ersten bis zur sechsten Jahrgangsstufe unterrichtet wurden. Diese Zahlen konnten für einige Jahre gehalten werden, bis sich schon 1996 ein Geburtenrückgang bemerkbar machte, so dass die Schule erstmals seit Jahren nur mehr neun Klassen hatte. Diese Rückwärtsentwicklung der Schülerzahlen hielt nun kontinuierlich an: 1999 besuchten noch 136 Kinder die Schule, an der sich in diesem Jahr letztmals eine sechste Klasse der Teilhauptschule befand. In den kommenden Jahren blieb die Anzahl der Schüler konstant, die in fünf bis sieben Klassen unterrichtet wurden.
Seit 2000 wurde die Schule als reine Grundschule geführt, nachdem durch die Einführung der sechsstufigen Realschule so viele Kinder an höhere Schulen übertraten, dass keine eigene fünfte Klasse mehr gebildet werden konnte. Im Schuljahr 2006/07 besuchten 130 Kinder in sieben Klassen von der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe die Schule, wobei nur die erste Klasse mit 28 Kindern einzügig geführt wurde. Die Schüler der Klassen 5-9 gingen als Fahrschüler in die Memmelsdorfer Schule.
2006 wurde der Pausenhof der Schule zu einem Natur-Erlebnis-Schulhof mit Kriechrohren, Erdhügeln und Trockenmauern umgestaltet. Im zweiten Bauabschnitt wurde ein Baumhaus errichtet, Schotterrasen und die nötige Bepflanzung angelegt sowie Sitzflächen, Spielzonen und Kletterbereiche geschaffen.
Seit dem Schuljahr 2003/04 wird nach Unterrichtsschluss eine Mittagsbetreuung  durchgeführt, zu der sowohl Hausaufgabenbetreuung und als auch freizeitpädagogische Angebote bis 16.00 Uhr gehören.

Energetische Sanierung und Umbau 2009/10

In den Jahren 2009/10 erfolgte eine energetische Sanierung der Turnhalle und des Schulgebäudes, das durch die Überdachung eines ungenutzten Innenhofes um eine 150m² große Aula erweitert wurde. Das Schulhaus erhielt eine neue, freundliche Farbgebung und ist nun barrierefrei zu erreichen. Bei der Einweihung nach der Umbauphase erhielt die Schule nach dem früheren Gundelsheimer Lehrer und Bürgermeister den Namen Michael-Arneth-Schule.
Die Michael-Arneth-Schule ist heute eine reine Grundschule mit sieben Klassen. In dem kindgemäß gestalteten Pausenhof haben die Kinder viele Spielmöglichkeiten und Ruheplätze zum Entspannen. Großzügige Sportanlagen grenzen an den Pausenhof.


Maria Köppl